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DDIV begrüßt Erleichterungen bei der Kreditvergabe für Wohnimmobilien

Das Bundeskabinett beschloss heute unter anderem die Änderungen an der umstrittenen Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Der DDIV begrüßt die Anpassungen, plädiert aber gleichzeitig für weitere Förderinstrumente, um den Erwerb von Wohneigentum vor allem für Schwellenhaushalte zu erleichtern.

Die im März 2016 in Kraft getretene Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) sieht u. a. vor, dass sich Banken bei der Kreditvergabe nur auf die Erfüllung des laufenden Kredits fokussieren sollen und der Wert eines belasteten Grundstücks oder einer Immobilie nicht mehr als hauptsächliche Sicherheit dienen darf. Der Regierungsentwurf des Bundesfinanz- und des Justizministeriums sieht nun vor, dass künftig auch Wertsteigerungen in Folge von Bau- oder Sanierungsmaßnahmen bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit berücksichtigt werden können. Auch sog. Immobilienverzehrkredite sollen zukünftig von den Bestimmungen ausgenommen sein. Darüber hinaus sollen Leitlinien zur Prüfung der Kreditwürdigkeit erarbeitet werden, damit Darlehen auch von Bürgen oder Erben besichert werden können.

Ebenso Teil des Regierungsentwurfs sind optional aktivierbare Beschränkungen der Kreditvergabe für den Bau oder Erwerb von Wohnimmobilien. Die Beschränkungen, durch die eine Immobilienblasenbildung verhindert werden soll, können im Falle einer Gefährdung der Finanzstabilität durch die Bankenaufsicht erlassen werden. Im Vergleich zum Referentenentwurf wurden neben Krediten für Sanierung und Umbau auch Darlehen zur sozialen Wohnraumförderung generell vom Anwendungsbereich des Gesetzes ausgenommen. Der DDIV forderte dies bereits in seiner Stellungnahme zum Referentenentwurf und begrüßt daher die zusätzliche Ausnahmeregelung für die soziale Wohnraumförderung.

In diesem Zusammenhang plädiert der DDIV gleichzeitig für zielgruppengerechte Fördermodelle, um sog. Schwellenhaushalten den Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen. So sprach sich der Berufsverband bereits mehrfach für die Einführung einer Selbstnutzerfreizugsprämie und eines staatlich garantierten Nachrangdarlehens aus. Insbesondere für untere und mittlere Einkommensschichten ist die selbstgenutzte Immobilie ein zunehmend wichtiger Bestandteil der privaten Altersvorsorge. Dies sollte bei der Regulierung von Kreditvergaben berücksichtigt werden.